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Chluri verbrannt – Fasnacht unwiderruflich zu Ende

Die Flammen verzehren das «Läufelfingerli» doch immer noch dampft sein Schornstein. Helge Schwanzlurch

«Läufelfingerli» dampfte um sein Leben

Was für ein Spektakel: Schon bei seinem letzten Gang auf die Allmend rauchte das «Läufelfingerli»-Chluri das Publikum ordentlich ein. Um anschliessend einen zähen Kampf gegen die Flammen zu führen.
Obs die trauernden Fasnächtlerinnen und Fasnächtler als Segen empfunden haben? Wie ein Priester mit dem Weihrauchkessel rauchte das diesjährige Chluri die Sissacher Strassen voll. Kaum hatte der Traktor das «Läufelfingerli»-Chluri auf die Hauptstrasse gezogen, strömte beissender Rauch in nicht zu geringen Mengen aus dem Schornstein. Dieser Rauch zog über die Köpfe und in die Nasen des Publikums, das die Strassen säumte.
Angeführt von den vereinig-ten Cliquen und Guggen nahm der rauchende Zug seinen ge wohnten Gang zum «Richtplatz» auf der Allmend. «Nun folgt die Bewährungsprobe für die neue Brücke», meinte ein Chluribauer, als der Zug über die neue Ergolzbrücke der Rheinfelderstrasse zog. Siehe da: Die Brücke hat gehalten.
Unter viel Geheul und Gejammer der in weissen Gewändern um die Fasnacht Trauernden kam der Tross schliesslich auf der Allmend an.
Brüste fehlten
Dies obwohl es sich beim «Läufelfingerli»-Chluri ja um gar kein richtiges Chluri handle, wie der Leichenredner monierte und diese Aussage mit einem Zitat des altgedienten Chluribauers Paul Schweizer aus-deutschte: «Es Chluri ohni Brüscht isch wien ä Cheeswäie ohni Chees.»
Apropos «Cheeswäie»: Der Koch des Restaurants Löwen habe diese wohl mit der Mehlsuppe verwechselt. Die «Cheeswäie» habe mehr nach Mehl als nach Käse geschmeckt. Ausserdem habe es im Restaurant Linde schon am Montagnachmittag um fünf keine Pommes frites mehr gegeben: «Es isch schliesslich au soumessig schwirig, settigi sälteni Härd öpfelstäbli überzcho.»
Neben kulinarischen Verfehlungen blickte der Leichenredner auch auf einige andere Malheurs der hiesigen Fasnacht zurück: Etwa, dass eine Polizei streife einen Guggenmusiker aufgegriffen habe, der immer noch auf der Suche nach dem richtigen Ort des Sissacher Guggenkonzerts gewesen sei.
Blocher nicht gleich Hutzgüri
Zudem habe der Verwaltungsratspräsident der JRG Gunzenhauser AG um folgende Klarstellung gebeten: Der Be such von Christoph Blocher sei kein vorgezogener Hutzgüri-Umgang gewesen. Im Gegenteil, Blocher sei sogar ein wenig eifersüchtig geworden, als er ein Bild vom Hutzgüri gesehen habe: Dessen Zähne seien halt schon eindrücklicher als Blochers (Waden)-Beisserchen.
Gute Besserung wünschte der Leichenredner dem Bürger rat Daniel Blapp: Der sei am Morgenstreich über einen Schneehaufen gestolpert. Erst als Blapp wieder nüchtern war, habe er gemerkt, dass er sich das Bein gebrochen habe. Und zur bestdekorierten Beiz schliess-lich erkor die FGS das Restaurant Sternen.
Dann heiss es langsam Abschied nehmen: Die Flammen züngelten hoch, das «Läufelfingerli»-Chluri und der Läufel finger Bahnhof-Beizer obendrauf brannten lichterloh. Doch bis der Kopf zusammenbrach dauerte es lange, gut 18 Minuten. Ein solides Chluri, das gar nicht recht in sich zusammenstürzen wollte, sondern gemächlich abbrannte: «Adie Chluri, adie Fasnacht.» Schwanzlurch